IDA – Initiative Demenzversorgung in der Allgemeinmedizin
IDA-Projekt bedankt sich
Die IDA-Projektpartner bedanken sich bei allen teilnehmenden Patienten und ihren pflegenden Angehörigen sowie Haus- und Fachärzten in der Region Mittelfranken für ihre aktive Unterstützung bei der Realisierung der IDA-Studie. Ohne ihr Engagement wäre eine Umsetzung nicht möglich gewesen. Darüber hinaus gilt der Dank allen Unterstützern vor Ort, insbesondere den Angehörigengruppen der Projektregion, der Alzheimer Gesellschaft Mittelfranken, der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, der Bayerischen Landesärztekammer sowie dem Bayerischen Hausärzteverband.
Barrierefreiheit
Die Internetseiten des IDA-Projektes sind weitestgehend barrierefrei gestaltet und dadurch für Menschen mit Behinderungen gut nutzbar. Sollte es bei bestimmten Konfigurationen oder Lesehilfen auf unserer Website trotzdem zu Problemen bei der Darstellung kommen, stehen wir Ihnen gerne für Fragen zur Verfügung.
Aktuelles zum Thema Demenz
Versorgung von Demenzpatienten deutlich kostenintensiver als die der älteren Allgemeinbevölkerung
Im Zuge des IDA-Projektes waren anhand von Krankenversicherungs- und Interviewdaten die gesellschaftlichen Versorgungskosten für Personen mit Demenz ermittelt worden. Dabei ließ sich zeigen, dass für Personen mit Demenz hohe Ausgaben innerhalb des deutschen Sozialversicherungssystems anfallen. Allerdings blieb die Frage offen, ob und inwieweit sich die Sozialversicherungsausgaben für Menschen mit Demenz von denen für die ältere Allgemeinbevölkerung unterscheiden.
Um diese Wissenslücke zu schließen hat das Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen (IGM) am Helmholtz Zentrum München die Krankenversicherungsdaten von 9.147 AOK-Versicherten mit Demenz und 29.741 hinsichtlich Alter und Geschlecht vergleichbaren Kontrollpersonen ohne Demenz einander gegenübergestellt.
Diesen Analysen zu Folge belaufen sich die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung sowie der Sozialen Pflegeversicherung für eine Person mit Demenz jedes Jahr auf rund 12.300 Euro. Davon werden etwa 6.400 Euro (52%) innerhalb der Pflegeversicherung aufgewandt. Die ältere Allgemeinbevölkerung beanspruchte demgegenüber durchschnittlich Leistungen im Gegenwert von rund 4.000 Euro, wobei sich nur knapp 700 Euro (18%) auf die Pflegeversicherung bezogen. Somit verursachen Personen mit Demenz jährlich rund dreimal so hohe Sozialversicherungsausgaben wie ältere Vergleichspersonen ohne demenzielle Erkrankung.
Ergänzende Auswertungen belegten, dass Frauen mit Demenz in jedem Alter eine höhere Nachfrage nach pflegerischen Leistungen und eine geringere Nachfrage nach akut medizinischer Versorgung haben als Männer mit Demenz. Weiterhin wurde deutlich, dass die Pflegeversicherungsausgaben mit zunehmendem Alter steil ansteigen, während die Krankenversicherungsausgaben leicht rückläufig sind.
Rechnet man die geschlechts- und altersspezifischen Ausgaben aus der Kassendatenstudie auf die Gesamtbevölkerung hoch, so verursachen Personen mit Demenz knapp 15% der gesamten Krankenversicherungsausgaben (4,4 Milliarden) und über 23% der gesamten Pflegeversicherungsausgaben (8,9 Milliarden) in der Altersgruppe der über 65-Jährigen - bei einem entsprechenden Bevölkerungsanteil von lediglich 7,2%. Die Krankheitskostenrechnung Bund, geht demgegenüber davon aus, dass etwa 10,4 Milliarden für die medizinische und pflegerische Versorgung im Indikationsgebiet Demenz ausgegeben werden. Allerdings werden dabei anders als in der IGM-Studie nur die unmittelbar durch demenzielle Erkrankungen verursachten Ausgaben erfasst werden.
Angesichts der prognostizierten demographischen Entwicklung, die von einer Verdoppelung der Patientenzahl bis Mitte des Jahrhunderts ausgeht, ist es offensichtlich dringend erforderlich, die pflegerischen Versorgungsstrukturen zu optimieren und nachhaltige, sozialverträgliche Finanzierungskonzepte zu entwickeln.
Nähere Informationen: Schwarzkopf L, Menn P, et al: Excess costs of dementia disorders and the role of age and gender an analysis of German health and long-term care insurance claims data. BMC Health Serv Res 2012, 12(1):165.
nach oben