IDA-Studie zeigt: Hausärzte und Familienangehörige sichern und verbessern die Versorgung von Demenzpatienten

IDA-Studie eröffnet Perspektiven für zukünftige Versorgungsforschung

Bild von der Abschlussveranstaltung

In Nürnberg wurden erstmals die Hauptergebnisse der Versorgungsforschungsstudie IDA nach einem zweijährigen Beobachtungszeitraum vorgestellt. Aus diesem Anlass lud das IDA-Projekt alle Beteiligten und Interessierten am 23. September 2009 ins eckstein ein.
Die beiden wissenschaftlichen Leiter der IDA-Studie, Prof. Dr. med. Elmar Gräßel, Psychiatrische Universitätsklinik Erlangen, und Prof. Dr. Rolf Holle, Helmholtz Zentrum München, stellten die Hauptergebnisse in einer gemeinsamen Präsentation vor. „Es sind überwiegend Angehörige, die die Pflege von noch zuhause lebenden Demenzpatienten bewältigen“, erklärte Prof. Gräßel. „Neben der Sicherung der medizinischen Grundversorgung sind Hausärzte auch hierbei wichtige Helfer, weil sie Beratungs- und Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige erfolgreich vermitteln können.“ Beide Personenkreise sind Eckpfeiler für eine bessere Versorgung von Demenzpatienten. Dies ist ein zentrales Ergebnis der IDA-Studie nach einem zweijährigen Beobachtungszeitraum.

Ob zusätzliche Beratung und Unterstützung (Hauptfragestellung der Studie) dafür sorgen können, dass Patienten im Unterschied zur Normalversorgung länger zuhause bleiben, dazu konnte die Studie bislang noch keine statistisch signifikanten Wirkungsunterschiede nachweisen. Auch bezüglich des Krankheitsverlaufs der Patienten sowie der Belastung der pflegenden Angehörigen zeigten sich bislang insgesamt nur geringe und keine signifikanten Unterschiede. „Da viele Patienten aufgrund ihres frühen Demenzstadiums jedoch eventuell erst zu einem späteren Zeitpunkt in ein Pflegeheim umziehen, planen wir eine zusätzliche Auswertung der Ergebnisse zur Heimübertrittsrate nach weiteren zwei Jahren“, erläutert Prof. Dr. Rolf Holle, wissenschaftlicher Leiter Biometrie und Gesundheitsökonomie des IDA-Projekts, Helmholtz Zentrum München.

„Die IDA-Studie hat wichtige Wegmarken der künftigen Versorgung von Demenzpatienten und deren pflegenden Angehörigen geliefert, aber auch weitere Forschungsfragen aufgeworfen“, resümiert IDA-Sprecher Dr. med. Dipl. Psych. Jörg Lauterberg vom AOK-Bundesverband die Abschlussveranstaltung in Nürnberg. Wichtige Fragen, die beantwortet werden müssen, sind beispielsweise: Warum werden kostenfreie Beratungsangebote teilweise nicht angenommen? Welche sind die konkreten Hemmschwellen, die gesenkt werden müssen?

Rund 60 Zuhörer verfolgten die Präsentation der Ergebnisse und beteiligten sich an der Abschlussdiskussion, bei der auch Projektleiterin Dr. Sonja Wunder (AOK Bayern), Studienärztin Dr. med. Maria Großfeld- Schmitz (Psychiatrische Universitätsklinik Erlangen) sowie Vertreter der Projektpartner Andreas Wiegand (Eisai), Peter Marx (Pfizer) und Walter Vetter (AOK Bayern) Rede und Antwort standen.

Im Januar 2010 werden die Projektpartner die gesundheitsökonomischen Ergebnisse der IDA-Studie vorstellen. Darüber hinaus bietet das umfangreiche Datenmaterial den beteiligten Wissenschaftlern die Möglichkeit, weitere wichtige Fragestellungen zum Krankheitsverlauf und zur Versorgung von Demenzpatienten zu beantworten.nach oben

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